Klassische Formen kehren in die Badezimmer zurück und wirken dabei überraschend frisch. Wannen mit historisch geprägter Form, Armaturen mit klassischer Silhouette, Waschtische mit zeitlosem Formgefühl fügen sich mühelos in moderne Räume ein. Die technischen Ausführungen sind auf dem Stand der Zeit, die Oberflächen sind neu, die Proportionen wurden für heutige Badkonzepte justiert. Das Beste aus vergangenen Epochen wird so in die Gegenwart geholt und bleibt dabei vollkommen zeitgemäss.

Mit dem «Victorian Washstand» wagt sich Devol erstmals ins Bad. Der englische Hersteller ist bekannt für seine klassisch inspirierten Küchen und überträgt seine Formensprache konsequent auf den neuen Waschtisch. Schlanke, gedrechselte Beine, ein niedriges Ablagebord, eine Arbeitsplatte aus Carrara-Marmor und Armaturen in gealtertem Messing bestimmten das Erscheinungsbild. Jedes Stück entsteht in Handarbeit aus nordamerikanischem Hartholz, wählbar in vier Grössen und drei Farben, hier im zarten Princelet Pink.

Aufsatzwaschbecken erinnern an die Waschschüsseln vergangener Zeiten, als man sich noch mit Kanne und Schale wusch, und verbinden diese Optik mit moderner Badtechnik. Diesem Prinzip folgt die Kollektion «Artis» von Villeroy & Boch. Die Aufsatzwaschbecken sind in vier einfarbigen Varianten mit mattem Finish sowie in zehn zweifarbigen Kombinationen erhältlich. Hinzu kommen vier Formen: rund, oval, rechteckig und quadratisch. So lässt sich das Badkonzept individuell an die eigenen Vorlieben anpassen.

Das italienische Unternehmen aus Florenz hat sich seit seiner Gründung 1989 der europäischen Bautradition und dem Design des frühen 20. Jahrhunderts verschrieben. Die freistehende Monoblock-Wanne «President» ist dafür ein schönes Beispiel: Sie trägt den neoklassischen Stil in die Gegenwart. Ihr Korpus wird von strenger Flachrelief-Geometrie gerahmt und lässt sich zusätzlich mit Marmorelementen ausstatten. Das samtige Grün der hier gezeigten Ausführung gibt der klassischen Form eine ganz eigene Tiefe. Gefertigt aus White Tec Plus, ist sie in jeder gewünschten Farbe erhältlich und dabei überraschend pflegeleicht.

Historische Trinkbrunnen standen Pate für die neue Armatur «Margherita» aus der Zusammenarbeit von Salvatori und Fantini. Elisa Ossino konzentrierte sich beim Entwurf auf das Bedienelement, dessen Form durch die Überlagerung von Kreis und Linie entsteht und klare Geometrie mit ergonomischer Handhabung verbindet. Gefertigt aus massivem Messing, ist «Margherita» in drei Oberflächen erhältlich: Matt Gun Metal PVD mit dunkler, zurückhaltender Anmutung, Pure Brass PVD mit betonter Materialität und Raw Metal PVD mit lichtreflektierender Qualität.

Dornbrachts «Atelier Editions» stehen für handgefertigte Einzelobjekte, die das Design der Armatur als persönliche Aussage verstehen. «The Knot» ist ein solches Beispiel und greift die charakteristische Squircle-Form der «Coya»-Serie auf, eine Geometrie zwischen Kreis und Quadrat mit sanft gerundeten Ecken. Für «The Knot» arbeitete Dornbracht mit dem Hongkonger Designstudio AB Concept zusammen: Vorlage war der traditionelle Ruji-Knoten, ein in Asien weitverbreitetes Glückssymbol. Das Ergebnis ist ein Detail mit starker kultureller Referenz.

An der Milan Design Week stellten Edward Barber und Jay Osgerby ihre neue Kollektion «Archivio» vor. Axor und das Londoner Studio arbeiten seit 15 Jahren zusammen. Das Ergebnis ist eine Armaturenserie, die archivarische Silhouetten und klassische Details in eine zeitgemässe Formensprache überführt. Blütenförmige Kreuzgriffe, geschwungene Ausläufe und glockenförmige Griffsockel prägen das Bild. «Diese Kollektion blickt in die Vergangenheit und interpretiert sie auf eine elegante, zeitgenössische Weise», so Jay Osgerby. «Archivio» ist für Waschtisch, Wanne und Dusche konzipiert.

Sbordoni blickt auf über 100 Jahre Handwerksgeschichte zurück und hat sich der klassischen Badgestaltung verschrieben. Die freistehende Wanne «Flaminia» greift die traditionelle Clawfoot-Form auf. Rund interpretierte Tatzenfüsse und sanft gerundete Ecken geben ihr ihren unverwechselbaren Charakter. Sie ist für boden- und wandmontierte Armaturen vorbereitet und lässt sich freistehend oder zur Wand hin aufstellen. Mit Massen von 171 x 82 x 63 Zentimeter eignet sie sich selbst für kleinere Bäder.
Mehr Inspirationen für das Bad gibt es in der Ausgabe 2026/2027 vom Trendmagazin KÜCHE & BAD.
Text: Ursula Bünter
aus dem Magazin: Küche & Bad, Zeitschrift 2026/2027