Wenn Stoffe Geschichten erzählen

Die Marke «Rubelli» steht seit etwa 140 Jahren für stilvolle und hochwertige Stoffe aus Italien, die sowohl berühmte Hotels und Villen als auch öffentliche Gebäude oder Theater in der ganzen Welt schmücken. Ein Blick hinter die Kulissen des venezianischen Traditionsbetriebs.

In einem historischen Palazzo in der Altstadt von Venedig befindet sich neben dem Showroom auch ein umfassendes Archiv.
In einem historischen Palazzo in der Altstadt von Venedig befindet sich neben dem Showroom auch ein umfassendes Archiv.

Rubelli arbeitet immer wieder mit exklusiven Partnern für Kollaborationen zusammen.

Rubelli x Ai Weiwei
Rubelli x Ai Weiwei
Rubelli x Peter Marino
Rubelli x Peter Marino
Rubelli x Luke Edward Hall
Rubelli x Luke Edward Hall
Das Traditionsunternehmen wird aktuell von Nicolò Favaretto Rubelli und Andrea Favaretto Rubelli geleitet.
Das Traditionsunternehmen wird aktuell von Nicolò Favaretto Rubelli und Andrea Favaretto Rubelli geleitet.

Venedig ist weit mehr als ein reiner Tourismusmagnet. Die Hauptstadt der italienischen Region Veneto ist seit Jahrhunderten eine Hochburg der Textilindus-trie und Weberei, in der das Künstlerische und das Handwerkliche stets im Mittelpunkt standen und stehen. Nicht zufällig beginnt die Geschichte des italienischen Stoffherstellers genau hier: Im Jahr 1889 erwarb Lorenzo Rubelli eine renommierte Weberei in Venedig und legte damit den Grundstein für das Unternehmen, das auf die Herstellung hochwertiger Stoffe spezialisiert ist. Heute wird der Traditionsbetrieb von der Familie Rubelli bereits in fünfter Generation geführt.

Von Beginn an positionierte sich Rubelli im Bereich exquisiter Textilien und konnte sich über prestigeträchtige Aufträge freuen. So machte sich der Handwerksbetrieb mit kunstvollen Seidenstoffen und Damas-ten in der Tradition venezianischer Webkunst einen Namen. Bald expandierte das Unternehmen über Venedig hinaus und eröffnete Filialen in wichtigen italienischen Städten, wodurch die Stoffe zunehmend in repräsentativen Innenräumen im ganzen Land eingesetzt wurden. So schmücken sie heute unter anderem das weltberühmte Teatro La Fenice in Venedig oder die Mailänder Scala. 

Von Italien in die Welt 
Gleichzeitig entwickelte sich Rubelli zu einem internationalen Akteur und lieferte Textilien für anspruchsvolle Projekte im Bereich Interior Design, unter anderem für Museen, Hotels oder Schiffe. Vor 50 Jahren eröffnete der Betrieb seine erste Filiale ausserhalb Italiens. Weitere Standorte kamen dazu und sind heute unter anderem in London, New York oder Dubai zu finden. Zudem Kooperationen mit Taschenherstellern und bekannten Namen im Bereich Fashion tragen zur internationalen Bekanntheit bei. 

Auch rund 140 Jahre nach seiner Gründung ist das Unternehmen weiterhin sehr eng mit Venedig verbunden. So befindet sich im Firmensitz in Marghera im Grossraum Venedig die Design-Zentrale des renommierten Herstellers. Ausserdem beherbergt ein gotischer Palazzo mitten in der Altstadt und in der Nähe der Piazza San Marco den bedeutendsten Showroom. Nach einer sorgfältigen Renovation unter Wahrung der historischen Substanz werden dort im Erdgeschoss die aktuellen Textilkollektionen präsentiert, während im ersten Stock die Möbelmarken sowie das historische Archiv untergebracht sind. 

Zwischen Tradition und Innovation 
Qualität und edle Materialien gehören seit jeher zu den Grundpfeilern von Rubelli. Die hochwertigen Stoffe werden in den verschiedensten Ausführungen und Mustern – von klassisch und einfach bis hin zu besonders ausgefallen – in einer hochmodernen Fabrik in Como hergestellt. Besonders bekannt ist das Unternehmen für gewebte Damaststoffe, Lampasstoffe, Seide sowie Samt mit aufwendigen Mustern und Verzierungen. Für eine erhöhte Nachhaltigkeit werden unter anderem innovative Fasern aus Rizinussamen sowie ökologische Viskosefasern eingesetzt. Trotz moderner Prozesse sind am Produktionsstandort unweit der Schweizer Grenze bis heute auch originale Webstühle aus dem 18. Jahrhundert im Einsatz. Diese werden vorwiegend für die Herstellung besonders kostbarer, handgefertigter Samtstoffe – sogenannter Soprarizzi – verwendet. Zusätzlich zu den Textilkollektionen bietet das Unternehmen auch Tapeten und Wandverkleidungen aus Stoff und Vinyl an, die sich ebenfalls für den privaten Wohnbereich eignen. 

Von Palästen bis hin zu Yachten 
Um eine Harmonie aus Kreativität, Innovation und historischem Erbe zu gewährleisten, arbeitet das hauseigene Team auch mit international renommierten Designern zusammen. So wird stets vollständig Neues entwickelt, aber auch Muster und Entwürfe der Vergangenheit in eine zeitgenössische Sprache übersetzt. Die Kreationen werden unter anderem für individuelle Vorhänge, Polsterungen und dekorative Innenraumlösungen genutzt und zieren Paläste, Museen, Theater, Casinos, aber auch Möbelstücke in Penthäusern und Yachten. Auf diese Weise entstehen Textilien für unterschiedlichste Wohnwelten, von klassisch bis modern.

Rubelli S.p.a.

Es werden ausschliesslich hochwertige Garne verwendet.
Es werden ausschliesslich hochwertige Garne verwendet.
Obwohl für die Produktion moderne Maschinen genutzt werden, spielt der handwerkliche Feinschliff eine zentrale Rolle.
Obwohl für die Produktion moderne Maschinen genutzt werden, spielt der handwerkliche Feinschliff eine zentrale Rolle.
Am Produktionsstandort bei Como kommen hoch­moderne Webstühle zum Einsatz.
Am Produktionsstandort bei Como kommen hoch­moderne Webstühle zum Einsatz.
Mehrere Webstühle aus dem 18. Jahrhundert werden für die Fertigung exquisiter Samtstoffe eingesetzt.
Mehrere Webstühle aus dem 18. Jahrhundert werden für die Fertigung exquisiter Samtstoffe eingesetzt.
Die Rubelli-Familie – der Betrieb wird heute in fünfter Generation geführt.
Die Rubelli-Familie – der Betrieb wird heute in fünfter Generation geführt.
Die Kollektion «LUCE» wurde von Licht und Bewegung inspiriert.
Die Kollektion «LUCE» wurde von Licht und Bewegung inspiriert.

Mehr Inspirationen für Umbau und Gestaltung gibt es in der Ausgabe 2/26 vom Magazin HÄUSER MODERNISIEREN.

Text: Mathias Steger, Fotos: Rubelli S.p.a.
aus dem Magazin: Häuser modernisieren, Zeitschrift Nr. 2/2026

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