Ein Haus aus den 1920er-Jahren im Raum Zürich bekommt eine umfassende Sanierung und eine sorgfältig ausgewählte Inneneinrichtung. Historische Substanz, zeitgemässe Eingriffe und ein klares Möblierungskonzept greifen ineinander und machen aus einem alten Gebäude ein besonderes Zuhause.


In einem ruhigen Quartier und vor dem Grün hoher Bäume steht ein 100-jähriges, weisses Einfamilienhaus mit einem Mansardendach. Vor einiger Zeit bekam es neue Eigentümer und eine komplette Überarbeitung.
Damals und heute
Der Jugendstil, der die Entstehungszeit des Hauses prägte, verstand Gestaltung als Einheit. Zwischen etwa 1890 und 1910 entwickelte sich eine Formensprache, die sich bewusst von historischen Zitaten löste und stattdessen Natur, Handwerk und Materialien ins Zentrum stellte. Fliessende Linien, florale Ornamente und organische Übergänge waren Ausdruck des damaligen Lebensgefühls, so auch der Gedanke, dass Architektur, Möbel und Alltagsgegenstände als Ganzes zusammengehören.
Diese Idee bildete auch den Ausgangspunkt für die jüngste Transformation. Eine vierköpfige Familie nahm sich dem historischen Gebäude an und begann mit einer umfangreichen Sanierung. Die Bauherrschaft wünschte sich, die ursprünglichen Charakteristika zu erhalten und das Haus technisch auf den neusten Stand zu bringen. Spezifische Wünsche waren: eine neue Küche und neue Bäder, der Ausbau des untersten Geschosses zu einem Weinkeller mit Degustationsmöglichkeit plus eine Gartenküche mit direktem Zugang ins Freie.
Eingriffe aus den 1980er-Jahren wurden zurückgebaut, wodurch die ursprüngliche Substanz hervortrat. Die Loggia im Garten, die einst den Zugang nach draussen blockierte, wurde in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt. Und die massive Achtzigerjahre-Balkonbrüstung wurde durch ein filigranes Staketengeländer ersetzt. Im Innenbereich verdeckten eine Einbauküche, Wohnwände und ein Cheminée aus den Achtzigern Stuckaturen und Friese, die wieder freigelegt wurden. Auch konnte man durch das Entfernen abgehängter Decken die ursprüngliche Raumhöhe zurückgewinnen.
Das Team legte historische Parkettböden sowie Stein- und Holztreppen frei, die sich unter einem Teppichbelag befanden. Die ursprünglichen Bodenbeläge zeigen sich nach der Sanierung, über 100 Jahre nach ihrem Einbau, in ihrem herrschaftlichen Glanz. Wo etwas fehlte, wie der Boden bei der Brossenmatte im Eingang, wurde es durch einen gegossenen Terrazzobelag analog dem historischen Vorbild ergänzt. Dieser kam auch im Gartengeschoss zum Einsatz, wo sich abgenutzter Beton und Plättchen aus den Achtzigern zeigten. So entstand ein homogener Boden, der zu den bestehenden Belägen passt.
Die Substanz bringt einige historische Elemente mit, die das Haus besonders machen. Feine Zierleisten gliedern die Wände, Türrahmen sind profiliert und manche Räume verfügen über dezenten Deckenstuck. Bemerkenswert sind auch die Radiatorenabdeckungen, welche die gestalterische Sorgfalt des Baus unterstreichen. Es sind diese leisen Elemente, die den Charakter des Hauses tragen und unspektakuläre Dinge wie einen Heizkörper zu einem ästhetischen Teil des Raumes machen.
Wie aus einem Guss
Simone Meier ist Interior-Beraterin im Bereich Home bei Teo Jakob. Nach Abschluss der Sanierung arbeitete sie mit den Eigentümern, um dem historischen Bau eine passende Möblierung zu verleihen. «Das Haus ist an sich bereits wunderschön und bildete eine gute Grundlage zum Einrichten», so die Projektleiterin.
Innenarchitektur:
Teo Jakob AG
Projektleitung: Simone Meier
Architektur:
Ryf Partner Architekten AG
Projektleitung: Kristin Müller


Die komplette Reportage gibt es in der Ausgabe 2/26 vom Magazin HÄUSER MODERNISIEREN zu lesen.
Text: Fiona Scotoni, Interior Fotos: Pierre Kellenberger
aus dem Magazin: Häuser modernisieren, Zeitschrift Nr. 2/2026