Nicht alle Altbauten bleiben erhalten. Doch was passiert mit Messingbeschlägen, Kachelöfen, Stuck und geschwungenen Geländern, wenn die Abrissbirne schwingt? Dann greift die Denkmalpflege ein und bewahrt, was sonst verloren ginge.

Per Knopfdruck öffnet sich das meterhohe Tor zur Sammlung des Bauteillagers der Denkmalpflegen von Stadt und Kanton Zürich. Bevor man die Lagerhalle überhaupt betritt, zeigen sich eine Löwenstatue aus Stein, antike Kachelöfen und sogar ein Taufbecken. Dahinter befindet sich noch viel – sehr viel – mehr.
Der Ort der Bewahrung
In der Halle lagern rund 55 000 Objekte zur Wiederverwendung und etwa 4 000 Stücke der Studiensammlung. Anders als der Name vermuten lässt, versteht sich das Bauteillager nicht als Sammlung im klassischen Sinn, sondern als Ort der Bewahrung. Aufgenommen werden Bauteile aus geschützten Gebäuden im Kanton Zürich, die im Zuge von Umbauten oder Rückbauten entfernt werden müssen. Die Bauberatung der Denkmalpflege entscheidet im Team, welche Elemente ins Lager gelangen. Dabei spielen neben Zustand und historischer Bedeutung auch der Aufwand für Bergung und Lagerung eine Rolle. Der Entscheidungsprozess ist entsprechend sorgfältig und kann je nach dem viel Zeit in Anspruch nehmen. Grundsätzlich wird zwischen Objekten für die Wiederverwendung und solchen für die Studiensammlung unterschieden.
Im Inventar
Viele Bauteile – etwa Beschläge, Türen, Bodenbeläge oder ganze Kachelöfen – eignen sich für den Wiedereinbau. Voraussetzung ist, dass sie in einem denkmalgeschützten Gebäude verwendet werden und sich stimmig in den Bestand einfügen. Besonders gefragt sind kleinere Elemente wie Fenster- oder Türbeschläge sowie historische Bodenplatten, wenn bei Renovationen einzelne Originalteile fehlen und sich nur schwer oder nur mit grossem Aufwand reproduzieren lassen.
Andere Objekte verbleiben in der Studiensammlung. Dazu zählen etwa Schriftzüge oder individuell entworfene Einzelstücke, die sich nicht ohne Weiteres erneut verbauen lassen. Ihr Wert liegt in ihrer Aussagekraft als Zeugnisse der Baukultur. Für die wissenschaftliche Nutzung ist die Dokumentation zentral: Nur wenn Herkunft und Kontext bekannt sind, lassen sich die Objekte für Forschung und Lehre sinnvoll einsetzen. Entsprechend greifen Studierende und Forschende aus unterschiedlichen Disziplinen auf die Sammlung zu.


Mehr Informationen über das Bauteillager der Denkmalpflege gibt es in der Ausgabe 2/26 vom Magazin HÄUSER MODERNISIEREN.
Text und Fotos: Fiona Scotoni
aus dem Magazin: Häuser modernisieren, Zeitschrift Nr. 2/2026