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Küchenarbeitsplatte: Edelstahl in Perfektion

Aus Edelstahl werden in der Manufaktur der Suter Inox AG Küchen-Arbeitsplatten auf Mass gefertigt, die genau auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten sind. Ein Besuch vor Ort zeigt eindrücklich, wie viel Leidenschaft hinter diesem Handwerk steckt.

 
 
Perfekte Handarbeit spielt bei der Fertigung auf Mass eine entscheidende Rolle.
Perfekte Handarbeit spielt bei der Fertigung auf Mass eine entscheidende Rolle.
 
 

Am Anfang war der Milchkessel. Diesen fertigte Firmengründer Alfred Suter Senior aus rostfreiem Stahl, als er 1947 das Unternehmen gründete. In der Folgezeit wuchsen Firma und Angebot, die Suter Inox AG ist heute vor allem für die Herstellung von Spülen, Becken und Arbeitsplatten aus Edelstahl bekannt. Inzwischen führen die drei Geschwister Marco Suter, Alfred Suter und Eveline Stutz-Suter das Unternehmen in zweiter Generation, doch der 92-jährige Senior freut sich noch immer, täglich um sechs Uhr im «Übergwändli» in der Kleinteilabteilung zu stehen, um handverlesen Ablaufsiebe und Ablauf- ventile für Spülen und Becken zu fertigen. Er lebt die Leidenschaft für massgefertigte Arbeit vor und hat sie offensichtlich nicht nur seinen Kindern, sondern auch der ganzen Belegschaft vermacht.

Perfektion ist wichtig
Als Marco Suter uns durch die Produktionshallen führt – in einem Werk werden Spülen und Becken mit Seriencharakter hergestellt, im anderen Werk befindet sich die Manufaktur für Küchen-Arbeitsplatten – spürt man seinen Stolz und eben diese Leidenschaft für die Handfertigung. Als er einem der Männer beim Schweissen zuschaut, schlägt sein Herz höher. «Wenn man das sieht, macht das Freude. Das ist Manufaktur, hier spielt der Mensch eine wichtige Rolle.» Er kennt alle seine 140 Angestellten beim Namen, kann über fast jeden eine Geschichte erzählen oder kennt sogar deren Lebenslauf. Und jedem der Arbeiter scheint im Gegenzug klar zu sein, wie wichtig es ist, mit dem eigenen handwerklichen Können für das Unternehmen einzustehen. Denn Perfektion ist für das Gelingen des Projekts Traumküche entscheidend.

 
 
Schneiden, biegen, pressen, schleifen, bevor Spüle und Arbeitsplatte fertig sind, bedarf es vieler Handgriffe.
Schneiden, biegen, pressen, schleifen, bevor Spüle und Arbeitsplatte fertig sind, bedarf es vieler Handgriffe.
Der letzte Schliff erfolgt nie maschinell, sondern immer von Hand.
Der letzte Schliff erfolgt nie maschinell, sondern immer von Hand.
 
 
 

Alles beginnt mit dem Rohmaterial
Doch der Reihe nach: Hinter jeder schönen Küchen-Arbeitsplatte steht nicht nur die massgenaue und pflichtbewusste Arbeit in der Manufaktur, sondern auch der Edelstahl. «Alles fängt mit gutem Rohmaterial an», erzählt Marco Suter. «Wir beziehen den Stahl zu 90 Prozent aus Skandinavien.» Denn eine Oberfläche, wie man sie beispielsweise bei einer Arbeitsplatte wie «Used Look» findet, kann Suter Inox so nicht herstellen. Die gebrauchte Anmutung muss bereits im Rohmaterial enthalten sein. Die kleine Schweizer Firma kooperiert mit grossen Stahlwerken, um diese speziellen Strukturen anbieten zu können. Die vielen aus Skandinavien importierten Edelstahlplatten werden in der 2010 neu gebauten, 6000 Quadratmeter grossen Halle in mehreren Lagertürmen aufbewahrt. Nicht selten kommen Kunden direkt ins Werk und wählen zusammen mit dem Küchenbauer ihre «Ice Design» Oberfläche aus – denn jede Platte hat ihre eigene, individuelle Struktur. «Das macht natürlich Spass, wenn ich meine eigene Küchen-Arbeitsplatte aussuchen kann», erzählt Marco Suter.

Technik erleichtert

Als erstes wird die Küchen-Arbeitsplatte zugeschnitten, in Breite und Länge und mit allen nötigen Ausschnitten wie für das Abwaschbecken. Dies geschieht entweder mit einem Laser oder, wenn der Edelstahl wärmeempfindlich ist, mit Wasser. Ein kräftiger, aber feiner Wasserstrahl schafft es, die Stahlplatte zu schneiden. «Es ist entscheidend, dass der Stahl richtig bearbeitet wird», erklärt Marco Suter den Unterschied zwischen den beiden Zuschnittsarten. Und er fügt vor der Lasermaschine hinzu: «Eine Manufaktur muss nicht staubig sein, sondern kann durchaus modern daherkommen.» Die Technik sei wichtig – denn sie erleichtere den Menschen die Arbeit. Die Angestellten sind meist Apparatebauer, Schlosser oder Spengler. Damit die Arbeit auch langfristig spannend bleibt, wird für Abwechslung gesorgt: Die Positionen der Angestellten wechseln regelmässig, einmal schweissen sie, ein anderes Mal schleifen sie. Zusätzlich bringen immer neue Produkte Schwung in den Arbeitsalltag.

 
 
Die vorgefertigten Stahlplatten kommen meist aus Skandinavien. Nicht selten wählen Kunden ihre Oberflächen direkt im Werk aus.
Die vorgefertigten Stahlplatten kommen meist aus Skandinavien. Nicht selten wählen Kunden ihre Oberflächen direkt im Werk aus.
Maschinen erleichtern die Handarbeit, ersetzen diese aber nicht.
Maschinen erleichtern die Handarbeit, ersetzen diese aber nicht.
 
 
 

Zeit ist knapp bemessen
Ist die Küchen-Arbeitsplatte auf die richtigen Masse zugeschnitten, werden mit Hilfe einer Maschine die Kanten millimetergenau abgebogen. Bevor der Arbeiter das grosse Stahlstück in die Maschine legt, prüft er kurz, ob die Platte auch wirklich den bestellten Massen entspricht. «An jedem Posten erfolgt eine Quali- tätskontrolle», sagt Marco Suter, «denn müsste eine Platte am Ende in die Mulde geworfen werden, wäre das tragisch». Nicht nur wegen der Material- und Zeitverschwendung, sondern auch wegen des Zeitdrucks. «Wir wollen dem Küchenbauer die Möglichkeit geben, dass er die Küche vermessen kann, wenn sie steht.» Umso genauer kommt das Endprodukt daher, aber umso weniger Zeit bleibt der Suter Inox AG für dessen Fertigung. Kaum ist die Arbeit vollendet, wird die Platte schon verpackt und ausgeliefert.

Doch bevor es soweit ist, bedarf es noch weiterer Arbeitsschritte. Das Becken wird in die Stahlplatte hineingeschweisst, bis beide komplett miteinander verschmelzen. «Der für uns typische fugenlose Überlauf ist nur möglich, da wir diese Maschine selbst so konfiguriert haben», sagt Marco Suter. «Solche Details heben uns ab.» Begeistert zeigt der gelernte Maschinenbauer die Presse, welche mit 1500 Tonnen Druck die Rillen des Tropfteiles in den Edelstahl presst. «Unser Vater baute diese Presse selbst, denn in der damaligen Zeit waren neue Maschinen kaum erschwinglich.» Während hier Maschinen pressen und schweissen, steht nur wenige Meter entfernt ein junger Mann, der von Hand schweisst. «Er ist einer unserer Künstler», erklärt der Geschäftsführer. «Der Schleifer wird hier kaum mehr etwas zu tun haben.»

Nachdem eine Holzunterlage unter die Arbeitsplatte geleimt wurde, wird das frisch geschweisste Becken mit dem Automaten geschliffen. Die Digitalisierung macht auch vor einer Manufaktur keinen Halt und erleichtert viele Arbeitsschritte. Letzte Kontrollen und Arbeiten erfolgen aber von Hand, bis die Arbeitsfläche perfekt ist. «Dieser Mann hat den letzten Blick und ist verantwortlich dafür, dass jeder Kunde ein fehlerfreies Werkstück erhält und zufrieden ist», stellt Marco Suter den Handschleifer vor. Erst dann verlässt die Küchen-Arbeitsplatte die Massanfertigungshalle in Schinznach-Bad. Sie wird ihrem Besitzer viel Freude bereiten. Und diese Freude ist Familie Suter ein Ansporn, die einstige Milchkessel-Firma auch in Zukunft weiter zu entwickeln.

 
 
Firma Suter Inox AG in Schinznach-Bad.

Die drei Geschwister Alfred Suter, Marco Suter und Eveline Stutz-Suter führen die 1947 von ihrem Vater gegründete Firma Suter Inox AG in der zweiten Generation. Die Suter Inox AG ist spezialisiert auf die Herstellung und den Vertrieb von Spülen, Becken und Edelstahl-Massanfertigungen. Zudem importiert und vertreibt sie Bora-Kochfeldabzugssysteme und handelt mit Armaturen und Küchenzubehör. An den zwei Produktionsstandorten in Schinznach-Bad sind rund 140 Mitarbeiter beschäftigt.


Text: Andrea Hurschler, Fotos: Gaëtan Bally
aus: Häuser modernisieren, Heft Nr. 3/2018

Bezugsquelle:
Suter Inox AG
5116 Schinznach-Bad
Tel. 056 463 63 33
www.suter.ch

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