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Wohnen im Burgstall

Auch wenn der Name anderes vermuten lässt, im Burgstall von Uerikon wohnt man schon seit mehr als 500 Jahren. Die Zeit hinterliess viele Umbauschichten, doch Architekt Egon Meier schälte die jahrhundertealte Substanz heraus und führte eines der ältesten Häuser am Zürichsee gekonnt ins Jetzt.

 
 
Sprossenfenster in Renaissancegewänden, ein stattliches Krüppelwalmdach und ein Mauerwerk, dem man die Natursteine ansieht – der Burgstall in Uerikon ist über 500 Jahre alt.zoom
Sprossenfenster in Renaissancegewänden, ein stattliches Krüppelwalmdach und ein Mauerwerk, dem man die Natursteine ansieht – der Burgstall in Uerikon ist über 500 Jahre alt.
 
 
Im Ess- und Wohnbereich konnte das herrliche, über 500 Jahre alte Gebälk freigelegt werden.zoom
Im Ess- und Wohnbereich konnte das herrliche, über 500 Jahre alte Gebälk freigelegt werden.

Sprossenfenster in Renaissancegewänden, ein stattliches Krüppelwalmdach und ein Mauerwerk, dem man die Natursteine ansieht – der Burgstall in Uerikon kann sein Alter nicht verleugnen. Und will es auch gar nicht. Als eines der ältesten Häuser am Zürichsee reckt es seinen mächtigen Giebel bereits seit mehr als 500 Jahren stolz in die Höhe. Der Ammann Heinrich Wirz, der in der Umgebung die Güter des Klosters Einsiedeln verwaltete, liess das Gebäude 1492 auf den Grundmauern eines alten Turms errichten. Es ist Teil einer Häusergruppe, zu der auch ein Ritterhaus und eine romanische Kapelle gehören. Der prächtige Burgstall war ein für das Land aussergewöhnlich grosses Herrenhaus, bis die Herrschaft 40 Jahre später das Ritterhaus baute und den Burgstall Bediensteten und Angestellten als Wohnstatt überliess. Es ist ein Glück, dass dieses so wichtige Ensemble als Zeuge der Geschichte des Ortes bis heute in so gutem Zustand erhalten blieb.

Schritt für Schritt
Der Burgstall hat viel erlebt. Eine seiner herrlichen Balkendecken, an der noch die gotischen Schnitzereien sowie das Wappen des Erbauers zu finden sind, ging Anfang des 20. Jahrhunderts sogar auf Reisen und wurde im Victoria and Albert Museum in London ausgestellt. Doch das ist nur eine Geschichte des mittlerweile in vier Wohneinheiten unterteilten Hauses. In dieser Teilrenovation geht es um eine andere. Die Haushälfte – es ist nicht diejenige mit der besagten Balkendecke – reicht über zwei Geschosse und befindet sich an der Nordseite des Burgstalls. Ihr Eigentümer wuchs bereits hier auf und konnte die Wohneinheit von seinen Eltern übernehmen. Letzte Umbauarbeiten hatten in den 1960er-Jahren stattgefunden und es war von Beginn an klar, dass eine Renovation unumgänglich sein würde. Die sensible Bauaufgabe übertrug der Bauherr an den Architekten Egon Meier, Inhaber der Meier Architekten in Zürich. «Die Idee war es, alte Strukturen freizulegen und die Geschichte des Hauses zu zeigen, ohne dabei seine Qualitäten zu zerstören», sagt der Architekt, «um auf feinfühlige, subtile Weise, die wertvolle Substanz mit modernen Annehmlichkeiten zu kombinieren.»

 
 

Wie der gelungene Umbau sich heute präsentiert, ist im Magazin Häuser modernisieren nachzulesen. Die Ausgabe 3/2018 lässt sich online bestellen.


Text: Kirsten Höttermann, Fotos: Claude Plattner
aus: Häuser modernisieren, Heft Nr. 3/2018

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