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Wohnen in der Kleiderfabrik

Wo früher Hosen genäht wurden, wird heute gewohnt und gearbeitet. Das Architekturbüro Robert & Esslinger hat bei der Sanierung den Charme der alten Kleiderfabrik erhalten.

 
 
Die Kleiderfabrik Frey AG stellte vor über 20 Jahren ihre Produktion ein. Nach jahrelangem Leerstand sind hier Lofts und Büros entstanden.zoom
Die Kleiderfabrik Frey AG stellte vor über 20 Jahren ihre Produktion ein. Nach jahrelangem Leerstand sind hier Lofts und Büros entstanden.
Die Architekten gliederten das Gebäude neu, in ein- und zweigeschossige Wohnungen.zoom
Die Architekten gliederten das Gebäude neu, in ein- und zweigeschossige Wohnungen.
Die ehemalige Fabrik bietet helle, hohe Räume, die sich gut zum Wohnen und Arbeiten eignen.zoom
Die ehemalige Fabrik bietet helle, hohe Räume, die sich gut zum Wohnen und Arbeiten eignen.
 
 
 

Es ist über 20 Jahre her, dass die Kleiderfabrik Frey AG in Wangen bei Olten schliessen musste. Nach Jahren der Zwischennutzung und des Leerstandes erkannte die Stiftung Abendrot aus Basel nun das Umnutzungspotenzial der Anlage, sicherte den Erhalt des Gebäudes und entwarf mögliche Nutzungsstrategien mit dem Ziel, Arbeiten und Wohnen unter einem Dach zu vereinigen. Dabei sollten die Kosten tief gehalten sowie der Charme der Frey-Fabrik bewahrt und mittels baulicher Eingriffe ins neue Jahrhundert überführt werden. In der Hauptsache besteht die Anlage aus einem 1912 erstellten Gebäudekomplex, der Nähhalle sowie einem zweistöckigen Anbau aus dem Jahr 1939. Die ehemalige Fabrik bietet Tageslicht durchflutete, hohe, um einen Innenhof angeordnete Räume, die sich gut zum Wohnen und Arbeiten eignen. Mit der Umnutzung beauftragte man das Architekturbüro Robert & Esslinger, das sich seit Jahren für eine angemessene Verwertung historischer Substanzen einsetzt.

Vertikale Gliederung
Robert & Esslinger durchbrachen die horizontale Ausrichtung des Fabrikgebäudes mit einer vertikalen Gliederung, was den Umgang mit den Brandschutz- beziehungsweise Schallschutz-Rahmenbedingungen vereinfachte. Der historische Boden blieb bestehen, was unter anderem die Baukosten senkte. Lichtdurchflutete ein- oder zweigeschossige Wohneinheiten entstanden, allesamt in adäquater Industrieatmosphäre: etwa in Beton gestrichene Böden, belassener erdfarbener Grundputz auf den Wänden und sichtbar geführte Leitungen. Inneres Zentrum der Anlage ist der Hofraum des Südgebäudes. Um diesen reihen sich die Loftwohnungen, welche aus einem Atelier im Erdgeschoss und einer zugehörigen Wohnung im Obergeschoss bestehen. Der Innenhof funktioniert als Zugang zu den einzelnen Mieteinheiten und ist zugleich Begegnungszone.

Wohnraum mit Industriecharme
Die einzelnen Gebäudeteile wurden komplett saniert, der Charme früherer Zeiten blieb erhalten. Qualitativ hochwertige Holz-Metallfenster mit 3-fach-Isolierverglasung sorgen für optimale Dämmwerte. Für den Sonnenschutz wurden in allen Räumlichkeiten Stoffstoren eingebaut; südseitig gegen die Dorfstrasse Rafflamellenstoren. Als Heizquelle dient eine neue Holz-Pelletheizung. Die Wärmeverteilung erfolgt über neue Heizkörper mit einstellbaren Thermostat-Ventilen. Auch die Sanitär- und Elektroinstallationen und -apparate sind neu. Ein grosser Warenlift erschliesst die Halle sowie zwei Wohnungen im Obergeschoss.

Informationen über das Areal und den Stand der Vermietung unter: www.arealfrey.ch

 
 

Architekturbüro
Das Architekturbüro Robert & Esslinger hat seit der Gründung im Jahre 1983 über 400 Objekte gestaltet und wirkt in Büroräumlichkeiten sowohl in Rickenbach wie auch Zofingen. Das Büro hat sich auf die Behandlung altehrwürdiger Substanzen beziehungsweise Objekte, die unter Denkmalschutz stehen, spezialisiert.

Robert & Esslinger AG
4613 Rickenbach
Tel. 062 216 31 38
www.robertundesslinger.ch


Text: Lukas Bonauer, Fotos: Daniel Fertsch
aus: Häuser modernisieren, Heft Nr. 02/2018

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